Halloooooo ins Reiterstübchen!

Gute Nachrichten: Wir haben eine Reitlehrerin gefunden. Jetzt steht die Frage der Bekleidung für den Reitnachwuchs an. Da bin ich nicht ganz so unbedarft, natürlich habe ich schon mal Reiter gesehen und weiß, dass sie nicht in Jogginghose und Turnschuhen auf dem Pferd sitzen. Allerdings bin ich auch nicht bereit, für die ersten Reitversuche einer Fünfjährigen 100 Euro oder mehr für ein Outfit auszugeben. Was, wenn sie in ihrer schicken Montur einmal vom Pferd fällt und entgegen dem Sprichwort nicht wieder aufsteigt, sondern die Gerte ins Heu wirft?

Die Jagd ist das Ziel

Früher, in meinem Leben vor den Kindern, war ich selten auf Flohmärkten. Ich war einfach kein Fan von abgelegten Sachen. Das hat sich seit der Geburt von Tochter Nummer eins ins Gegenteil verkehrt. Natürlich gehe ich immer noch gerne in „normale“ Geschäfte, habe dort aber mittlerweile oft einen Igel im Portmonee. Dafür habe ich auf virtuellen oder echten Flohmärkten schon zu oft tolle Sachen aus zweiter Hand gekauft. Außerdem gibt es für mich kaum etwas schöneres, als das Ziel „coole Mädchen-Reithose in Größe 116 für maximal 15 Euro“ zu verfolgen. Das weckt meinen sportlichen Ehrgeiz. Manche Leute sammeln Briefmarken, ich sammle Kinderklamotten-Schnäppchen – so hat jeder sein Päckchen zu tragen. Aber: Ich schweife ab, zurück zum Thema.

Mein Ziel war es also, meiner Tochter ein möglichst günstiges Outfit zusammen zu puzzeln, dass nicht zusammen gepuzzelt aussieht. Abendelang durchforstete ich ebay, ebay-Kleinanzeigen, diverse Facebook-Flohmarktgruppen oder Mamikreisel. Und wurde fündig: Neben einer Reithose kaufte ich eine Steppweste und eine Fleecejacke, die beide mit einem Pferdekopf-Flicken versehen wurden – fertig war das Outfit.

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Reitkappe auf dem Kopf muss sein

Was sind Chaps?

Was braucht man noch? Schuhe und Helm – logisch. Aber: reichen Gummistiefel? Sollten es hohe oder kurze Reitstiefel sein? Wieder ließ ich mich von Reiter-Müttern beraten. Gummistiefel wurden gleich durchgewunken: zu weit am Fuß, zu wenig Halt im Steigbügel. Die Mehrheit stimmte für Stiefeletten: Sie seien bequemer und im Sommer nicht so warm. Manche empfohlen dazu noch Chaps. Nie gehört. Laut Wikipedia sind das „lederne Beinkleider“, die „die Beine und die Hosen schützen, zum Beispiel vor den Hörnern der Rinder.“ Aha. Weiter unten ist zu lesen, dass Reiter Chaps als Ersatz für Reitstiefel zusammen mit Jodhpurstiefeletten tragen (Da frage ich mich doch: Warum tragen sie dann nicht gleich Stiefel…?). Nun, ich entschied mich erstmal nur für die kurzen Stiefelchen (Die Suche war einfach: Es gab online relativ günstige mit guten Bewertungen.) und die Sache mit den Chaps überlege ich mir noch.

Hüpfen im Reitladen

Die Helm-Suche kostete mich deutlich mehr Zeit. Hier wollte ich nicht auf Second-Hand setzen. Fand ich irgendwie unappetitlich. Außerdem hatte ich Sorge, einen Haarriss zu übersehen, sodass der Helm im Falle eines Falles nicht den gewünschten Schutz bieten würde. Ein kurzer Online-Shop-Check sorgte allerdings erstmal bei mir für Kopfschmerzen: Es gibt eine immense Auswahl an Helmen in nahezu jeder Preisklasse – ich war reizüberflutet. Meine erneute Rücksprache mit reitenden Freundinnen ergab, dass ein guter Fahrradhelm im Zweifel sicherer sei als ein günstiger Reithelm. Dieses Abstimmungsergebnis fand meine Tochter zwar doof, denn sie wollte aussehen wie eine richtige Reiterin und nicht wie eine Fahrradfahrerin auf dem falschen Untersatz. Sie war aber erstaunlich einsichtig.

Nur interessehalber statteten wir trotzdem einem Reitladen einen Besuch ab. Ich wollte wissen, was dort in Sachen Kopfbedeckung empfohlen würde. Zum Leidwesen meiner Tochter stimmte mir die sehr nette Verkäuferin zu, dass für die ersten Stunden, wenn es vornehmlich im Schritttempo voran geht, ein Fahrradhelm ausreichen würde. Sie betonte allerdings auch die Vorteile einer Reitkappe: „Die werden speziellen Belastungstests unterzogen, schließlich ist die Sturzhöhe beim Reiten in der Regel höher als beim Fahrradfahren. Und es gibt ja auch noch die Gefahrenquelle Pferd, das auf den Kopf des Reiters fallen kann.“ (Wahrlich keine schöne Vorstellung. Aber irgendwie beruhigend zu wissen, dass ein Reithelm das aushalten würde…). Anschließend setzte die Gute meiner Tochter verschiedene Helme auf, stellte sie ein, machte unzählige Kopfschüttel- und Hüpf-Tests mit ihr. Als ich den beiden so dabei zusah, wusste ich: Niemals würde ich einen Reithelm online bestellen! Ich könnte überhaupt nicht sagen, ob das Ding richtig sitzt. Bei aller Freude an der Schnäppchen-Jagd: Am Kopf meines Kindes hört der Spaß auf.

Also machten meine Tochter und ich einen Deal: Die ersten Reitstunden werden mit Fahrradhelm absolviert, sobald Reitlehrerin (und Pony) einen Zahn zulegen, gibt es eine richtige Reitkappe (aus einem richtigen Reiter-Laden).

Eure Stine

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