Ride Your Pony

Hallo liebe alle!

Die heutige Diskussion im Reiterstübchen: Hat Dein Pferd einen besten Freund? Viel Spaß beim drüber Nachdenken!

„Hat Dein Pferd einen besten Freund?“ Vor kurzem haben wir diese Frage auf unserer Facebook-Seite gestellt und von euch tolle Bilder geschickt bekommen von Pferden, die zu zweit oder mehreren auf einem Auslauf standen. Danach gefragt, wie sich die Freundschaft entwickelt hat, habt ihr uns von Stall- und Weidegemeinschaften, gemeinsamen Ausritten und Fahrten zu Turnieren erzählt – also Aktivitäten, bei denen Pferde Kontakt zu Artgenossen bekommen haben.

Kann der Mensch ein Pferd als Freund ersetzen?

Damit seid ihr auf dem richtigen Weg, schreibt auch Dressur- und Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke in ihrem Buch „Reite zu Deiner Freude – Grundsätze meiner Pferdeausbildung“: „Pferde brauchen Sozialkontakte oder ihre Herde, damit sie sich sicher und wohl fühlen.“ Sie ist außerdem davon überzeugt, dass Auslauf auf Paddock oder Koppel wichtig ist. Ich deute das mal so: Es reicht wohl nicht aus, als Pferd einen Boxennachbarn zu haben, den man nur durch Gitterstäbe anschnuppern kann. Außerdem sollte man sich Gedanken machen, wie das Pferd von Natur aus lebt: Nämlich in einer Herde, sprich in einem sozialen Verband mit mehreren anderen Tieren. „Pferde fühlen sich nur sicher in der Gesellschaft von Artgenossen oder anderen Lebewesen, die sie als Partner akzeptieren“, heißt es dazu in den Richtlinien für Reiten und Fahren Band 4. Daher bin ich der Meinung: Kein anderes Lebewesen kann für ein Pferd wirklich echter Ersatz für ein anderes Pferd sein. Auch Esel, das habe ich mal irgendwo gelesen, sind kein Ersatz, obwohl sie dem Pferd optisch ähnlich sind. Umgekehrt gilt das übrigens auch. Auch der Esel will lieber mit anderen Eseln zusammen sein. Tja, und auch wenn das sich viele erträumen: Der Mensch ist aus meiner Sicht für ein Pferd auch kein angemessener Ersatz für einen Artgenossen. Ina Ruschinski schreibt in ihrem Buch „Dein Pferd – Spiegel deiner Seele“ sogar, dass dem Pferd der Umgang mit den Artgenossen wichtiger ist als mit dem Menschen. Wir halten also fest: Damit ein Pferd Freunde finden kann, braucht es Artgenossen mit denen es sich frei bewegen kann, um diese Freundschaft auch pferdegerecht ausleben zu dürfen.

Wie erkenne ich nun Freundschaft unter Pferden? Theorie und Praxis

In der CAVALLO (Ausgabe Juni 2017) gibt es einen Beitrag mit dem Titel „Warum Pferde Freunde brauchen“. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Pferde friedlicher sind, wenn sie einen Freund oder Freunde um sich herum haben. Sie geben einander Sicherheit und vermindern so Stress. Diese Entspannung trägt dazu bei, dass sie sich besser reiten lassen. Außerdem fördert die Freundschaft unter Pferden positives Denken. Das äußert sich laut einer Studie von Verhaltensforscherin Sandra Löckener darin, dass sie motivierter sind und sich mehr trauen. So weit so gut. Aber: Wie erkenne ich nun, dass mein Pferd einen Freund hat?

Laut CAVALLO soll ich auf folgende Dinge achten:

  1. Welches Pferd steht am häufigsten nah bei meinem Pferd?
  2. Macht mein Pferd mit einem anderen Pferd vieles synchron?
  3. Macht mein Pferd mit einem anderen Pferd vieles gemeinsam?
  4. Wie groß ist der Altersunterschied der Pferde?
  5. Welche Fellfarbe haben die vermeintlichen Pferdefreunde?
  6. Können die Pferde sich riechen?

Soweit zur Theorie. Zuhause mache ich den Praxischeck:

Mein Wallach, Dorick, und die Stute Fleur stehen immer nah bei einander. Es sei denn, die Fliegen stören nur Dorick, sodass er zurück in den Stall geht, Fleur will aber auf der Wiese bleiben. Dann trennen sich die Wege. Dennoch: Punkt 1 – Check!

Die beiden laufen gerne synchron über die Weide. Man könnte sagen, sie laufen im Gespann. Das ist auch der Grund, warum wir sie „das Prinzenpaar“ nennen. Punkt 2 – Check!

Wenn sie könnten, würden sie alles gemeinsam machen – außer Kraftfutter fressen. Denn Fleur isst viel schneller als Dorick und er ist dann von ihren gierigen Blicken über die Boxentür genervt. Daher würde ich sagen: Auch bei Punkt 3 – mehrheitlich Check!

Der Altersunterschied der beiden beträgt zwei Jahre. Aus meiner Sicht ist das gering. Im Artikel steht, dass es besser ist, wenn die Pferde ungefähr ein Alter haben, damit sie beispielsweise zusammen toben können. Für unser Testpaar bedeutet das: Auch bei Punkt 4 – Check!

Die Fellfarben sind sich mindestens ähnlich. Dorick ist schwarz-braun und Fleur braun. Laut CAVALLO tun sich Schimmel oft schwer, wenn sie das einzige helle Pferd in einer Herde sind. Soll daran liegen, dass Pferde sich eher zu Artgenossen hingezogen fühlen, die die Farbe der Mutter haben. Vielleicht erklärt das, warum Schimmel sich so gerne dreckig machen. Sie wollen sich anscheinend tarnen 😉 In unserem Fall dürfte die Farbe auf jeden Fall kein Hindernis sein. Also Punkt 5 – Check!

Können die Pferde sich riechen? Puuuuuhhhh, keine Ahnung. Ich vermute es mal. Wenn nicht, würden sie wohl kaum gerne dicht beieinander stehen. Also Punkt 6 – Check.

Hurra, mein Pferd hat sogar eine Freundin!!

Nun, mein Pferd hat offenbar eine Freundin, was mich sehr für ihn freut. Ehrlicherweise muss ich aber dazu sagen: Die beiden stehen nur zu zweit und haben so keine große Chance, sich andere Freunde zu suchen. Aber Gott sei Dank waren sie sich von Anfang an sympathisch und machten gleich gerne alles zusammen im Prinzenpaargespann. Sie haben zwei große Boxen, die durch offene Fenster verbunden sind, kommen täglich gemeinsam auf eine große Wiese und haben dazu noch einen schönen Sandpaddock. Es fehlt ihnen an nichts… bis auf eine richtige Herde. Das ist mir schon bewusst. Aber noch einen dritten dazu stellen? Ist dann nicht immer einer übrig? Und gleich noch zwei weitere dazu? Ehrlich gesagt: Das wäre zu viel für unsere Stallgemeinschaft, das können wir aktuell zeitlich nicht leisten. Also bleibt es erst einmal so: Zu zweit in enger Freundschaft.

*Glücklich*

Caro

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