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Hallo liebe alle!

Heute die Diskussion im Reiterstübchen „Was ist mein Pferd eigentlich für ein Typ“? Na, welchen Typ Pferd hast Du zu Hause im Stall stehen? Viel Spaß beim Analysieren. 😉

Was ist mein Pferd eigentlich für ein Typ?

Vor kurzem habe ich ein Buch geschenkt bekommen: „Dein Pferd – Spiegel Deiner Seele“ von Ina Ruschinski . Eigentlich ordne ich mich als wenig spirituell ein, weshalb ich das Buch zunächst eher kritisch beäugte statt mich draufzustürzten. Dennoch habe ich es aufgeschlagen – und hatte erstaunlich viel Spaß bei einigen Kapiteln (das meine ich nicht sarkastisch!). Ich kann es wirklich nur empfehlen und sage nochmal: Man muss NICHT spirituell sein, um es zu mögen. Im Groben geht es in dem Buch darum, dass man einfach mal darüber nachdenken sollte, was man von seinem Pferd will und was das Pferd einem mitteilt, wenn auch nicht verbal. Auch mir mit meiner Holzfällermentalität hat es weitergeholfen, das eigene Verhalten zu reflektieren (das sagt man doch so schön, oder?). Denn bei mir und meinem Galopper ist auch nicht immer alles Friede Freude Eierkuchen. Um es ganz deutlich zu sagen: Manche seiner Macken machen mich wirklich waaaaaaaahnsinnig! In dem Zusammenhang hat mir besonders eine Übung aus dem Buch geholfen: Ina schlägt vor, dass man sein Pferd charakterisieren soll. Und das habe ich dann auch gemacht.

Also Dorick ist… ja, wie ist er denn?

Ehrlich gesagt ist es mir recht schwergefallen, mein Pferd zu charakterisieren. Die ersten Merkmale, die mir in den Sinn kamen waren: ehrlich, spricht über seine Mimik – ich weiß wirklich immer, was er denkt (meistens denkt er, dass alles um ihn herum einfach nur nervig ist). Was uns zur nächsten Eigenschaft führt: Er zeigt immer sehr deutlich, was ihm gefällt und was ihm nicht gefällt. Artgenossen gegenüber ist er in der Regel freundlich und aufgeschlossen. Ich würde mal sagen, er ist grundsätzlich positiv gestimmt, aber nicht überschwänglich gut gelaunt. Auf jeden Fall kann er keiner Fliege etwas zu Leide tun, was ich daran merke, dass er auf die anderen Tiere auf dem Hof achtet. Ob nun die Katzen, die zwischen seinen Beinen herumlaufen oder seine Nachbarin Fleuri. Sie nervt ihn schon ab und an, weil sie gerne an ihm klebt, wenn sie Freizeit auf der Wiese haben. Trotzdem ist er besorgt um sie, wenn sie beispielweise einmal aufgeregt ist. Dann geht er sofort hin und gibt ihr über seine pure Anwesenheit Sicherheit. Daher würde ich ihn (für einen Mann ja eher ungewöhnlich) als feinfühlig einstufen. Die meiste Zeit des Tages grübelt er. Das merkt man nicht nur im Stall, sondern auch auf der Weide. Fleuri ist mit Fressen beschäftigt und Dorick steht oft einfach nur da und guckt und denkt. Auch wenn man ihm Futter bringt: Er guckt erst einmal genau, was es ist, überlegt, ob er das wirklich zu sich nehmen möchte und fängt dann an, zu fressen – Fleur ist zu diesem Zeitpunkt schon fasst fertig mit ihrem Mahl. Beim Reiten ist er schnell gelangweilt. Trotzdem kann er durchaus schon mal Engagement zeigen wie beispielsweise beim Geländetraining. Meine NHS Trainerin hat dazu einmal gesagt, dass er noch gar nicht genau weiß, was ihm eigentlich Spaß macht. Ach ja, alleine sein mag er gar nicht. Nun: Er ist halt ein Pferd und damit Herdentier. Warum sollte er Gefallen daran haben, alleine zu sein? Man kann ihn aber alleine lassen ohne, dass er den Stall auseinandernimmt. Also alles gut.

Und was sagen die anderen?

Aus Spaß habe ich auch Außenstehende wie nicht pferdebegeisterte Familienmitglieder gefragt, wie sie Dorick charakterisieren würden. Meine Tante meint, er sei groß und schön. Das hört man gerne. 🙂 Meine Cousine sagte, er macht auf sie einen sensiblen Eindruck und er sei kein Draufgänger. Allerdings kommt er ihr auch noch Pubertär und wie ein großes Kind vor. Das stimmt. Genau das ist die Macke, die ich versuche etwas abzumildern. Er kann zuckersüß sein und mit sechsjährigen Mädchen am Halfter wie ein Dackel über die Wiese laufen. Dann gibt es aber durchaus Momente, Gott sei Dank im Zusammenhang mit Erwachsenen und nicht wenn kleinen Mädchen ihn führen, da tickt er richtig aus. Und in diesen Momenten kommt man einfach nicht mehr an ihn ran, ganz egal, was man auch tut. Beispielsweise wenn er etwas sieht (oder denkt, etwas zu sehen), dann kann es passieren, dass er einen umläuft oder an der Trense beim Führen über den Hof zieht. Klar, mit etwas Kraft bekommt man ihn zur Vernunft, sodass kein Unfall geschieht. Aber entspannen tut er sich dann erst einmal nicht mehr und richtig aufmerksam reagieren und mitarbeiten tut er auch nicht mehr. Unter anderem aus diesem Grund mache ich mit ihm regelmäßig NHS, aber dazu folgt ein andermal mehr. Ja, und Dörte, die Besitzerin von Fleuri, sagt, er sei ein Professor und ein netter Chef. Und gaaaaaanz lieb ist er ja auch grundsätzlich immer bei Dörte, auch wenn sie mit ihm schon genauso Diskussionen im Stall hatte, dass er sie nicht umlaufen darf, wie ich.

Und Euer Pferd so?

Jeden Leser kann ich nur dazu einladen, mal für sich darüber nachzudenken, mit was für einer Pferdepersönlichkeit er oder sie es zu tun hat. Dafür braucht man keine große Anleitung und auch keinen teuren Kurs. Das bekommt man einfach so hin oder man tauscht sich für den Start mit Stallnachbarn aus. Einfach mal machen – auch die Turnierreiter. 😉 Es ist wirklich total schön und unterhaltsam zugleich, sich über den Charakter seines Pferdes Gedanken zu machen. Habe ich früher nie so drüber nachgedacht. Und es hilft mir jetzt, wenn Dorick mal wieder seine Momente hat. Einfach geschehen lassen und bestmöglich versuchen, ihn auf den Boden der Tatsachen runterzuholen. Bei ihm scheint so viel im Kopf los zu sein, er kann halt manchmal nicht anders. Im Herzen ist er eine ganz liebe Seele. Ist doch ein viel schönerer Gedanke als „der blöde Mistbock hat eine Macke“. Und ich kann gut und gerne damit leben, dass mein Pferd ein eher misstrauischer Professor mit großem Herzen ist. Der Rest kommt mit der Zeit – oder ich gewöhne mich dran.

In dem Buch gibt es dann noch andere Übungen, wie beispielweise „Was würde Dein Pferd über Dich sagen?“ oder „Was hat Dein Pferd bei Dir geheilt?“. Beides will ich an dieser Stelle nicht im Internet veröffentlichen aber: Es hat Spaß gemacht, auch darüber nachzudenken.

Also nur zu: Was würde Dein Pferd wohl über Dich sagen?????

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