Pferdehaltung

Nun hatte ich mir also doch wieder ein Pferd gekauft. Da stellt sich einem zwangsläufig die Frage: „Wohin mit dem guten Tier?“ Da ich eine reine Freizeitreiterin und auch nicht wetterempfindlich bin, habe ich für mich persönlich nicht so hohe Ansprüche. Ich brauche zum Beispiel nicht zwingend eine Reithalle. Bei der Unterbringung meines Pferdes sieht es anders aus, da habe ich schon konkrete Vorstellungen. Pferde brauchen Licht, Luft und Bewegung, da sind wir uns wohl alle einig. Für mein Pferdchen wünschte ich mir also:

  • eine vernünftige Box und täglichen Weidegang.
  • einen Stallbetreiber, der ein schlafendes von einem toten Pferd unterscheiden kann (noch besser wäre es allerdings, wenn der Stallbetreiber so viel Profi ist, dass es gar nicht erst so weit kommt).
  • eine Sattelkammer, in der das Lederzeug nicht innerhalb von drei Tagen schimmelt, wäre auch toll.

Die Suche nach einem Stall… ist gar nicht so einfach

Das kann doch nicht so schwierig sein? Denkste Puppe! Was man als Pferdebesitzer bei der Suche nach dem geeigneten Stall so alles erlebt, das reicht von putzig bis grotesk. Ach ja, bezahlbar sollte er auch sein, denn Fleuri ist kein Goldesel, leider!

Fleuri zog erstmal in den Stall ein, in dem ich meine andere Stute auch schon stehen hatte. Aber irgendetwas war anders. Entweder bin ich in den vergangenen eineinhalb Jahren anspruchsvoller und kritischer geworden, oder das Stallklima hatte sich verändert. Ich mag es zum Beispiel überhaupt nicht haben, wenn meine Pferde mit Halfter in der Box stehen oder auf der Weide damit laufen. Das Halfter ist oft nicht ganz unschuldig, wenn unsere Lieblinge in die ewigen Jagdgründe traben. Man kann sich prima damit aufhängen, oder mit dem Hinterhuf drin stecken bleiben beim Versuch, eine Bremse zu verscheuchen. Erfahrungsgemäß ist das Halfter in solchen Situationen immer stärker. Halfter reißen sowieso nur dann, wenn sie nicht reißen sollten. Warum bitte, trägt mein Pferd hier dann täglich ein Halfter?

Oder auch schön: Muss der Rasensprenger neben dem Reitplatz genau in dem Moment angestellt werden, wenn man gerade im Sattel Platz genommen hat? Vollblüter lieben solche Überraschungen! Besonders, wenn der Rasensprenger erstmal gefühlte zehn Minuten Luft spuckt. Ärgerlich ist es auch, wenn sich nicht an bestimmte Abmachungen gehalten wird, zum Beispiel beim Futter. Irgendwann war ich nur noch gefrustet. Das Hobby Pferd ist schon kostspielig genug, da möchte ich dann auch Freude daran haben, und mich nicht jeden Tag ärgern müssen.

Wenn`s passt, dann passt`s

Da kam Caros Angebot, bei ihr mit dem Pferd einzuziehen, genau im richtigen Moment. Zuerst war es ja nur eine fixe Idee, da Caro noch gar kein Pferd hatte. Aber dafür zwei große Boxen, eine Reithalle und viel Weideland. Eigentlich hatte sie also alles – nur kein Pferd. Nun, das sollte sich ändern. Die Pläne wurden konkreter und schließlich haben wir Ernst gemacht. Unsere Pferdchen haben jetzt zwei riesige Boxen mit direktem Zugang zur Weide. So können sie jederzeit im Stall Schutz vor Wetter und Insekten suchen, was die Beiden auch dankbar annehmen. Zusätzlich gibt es draußen eine große Heuraufe, die im Winter – als Extra zu ihren Heurationen morgens und abends im Stall – täglich frisch befüllt wird. Beheizte Tränken sorgen außerdem für ungetrübten Trinkgenuss! Jeder hat seinen eigenen Balkon und Sandkasten als Auslauf. Zusätzlich gibt es einen großen Paddock und zwei Wiesen zur alleinigen Pferdenutzung. Mindestens zweimal am Tag kommt einer von uns füttern, misten, abäppeln und im Allgemeinen nach dem Rechten sehen. Eigene Halle und Wiesenreitplatz am äußersten Ende des Dorfes (fast ohne Nachbarn) sorgen außerdem dafür, dass kein Rasensprenger bei der Arbeit stört.

Fleuri und ich sind jetzt seit neun Monaten hier auf dem Hof und können nur sagen: „Angekommen – schöner wohnen!“

Und. „Danke, Caro!!!“

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