Ride Your Pony

Hallo liebe alle!

Ich war ja soooo aufgeregt und habe mich soooo gefreut auf unseren Lehrgang im Ausbildungszentrum Luhmühlen – eine Anlage auf der jedermann trainieren kann, wie ein Profi. Dort gibt es drei Reithallen, einen Springplatz, Dressurplätze, Longierzirkel, zwei Geländeplätze sowie Spring- und Dressurplätze auf dem Turniergelände. Für Lehrgangsteilnehmer gibt es Boxen für die Pferde und in der Nähe viele Übernachtungsmöglichkeiten für den Reiter.

Jeder von uns kennt sicher diese Bilder der Profis, die mit ihren Pferden durch die Welt tingeln und die in Zelten untergebracht sind. So auch mein Pferd, Dorick. Er hatte Box Nr. drei im Zelt für die Lehrgangsteilnehmer. Da es nicht zu warm war und das Zelt an einer Baumreihe stand, war das Klima überraschend gut. Die Pferde hatten nach vorne und hinten Fenster, die ich aber auch schließen konnte. Allerdings sind die Fenster mit Gittern versehen und die Wände zu den Box-Nachbarn so hochgezogen, dass die Pferde sich nicht beschnüffeln können. Wohl zum Schutz vor Krankheiten. Dorick fand das allerdings ganz doof: Kopf aus dem Fenster strecken ist doch sein Liebstes. Während er zu Hause manchmal nicht mit mir aus dem Stall kommen möchte, musste ich mir hier richtig etwas einfallen lassen, damit er nicht immer hinter mir her mit raus lief.

Ansonsten war es super: Wir konnten unsere Pferde ausreichend mit Heu füttern und es gab gutes Kraftfutter (Hafer und Pellets), das Dorick auch gern gefressen hat. Außerdem hatten die Ställe Tränken. Auf die Wiese oder den Paddock sollten wir die Pferde nicht lassen, zumindest nicht ohne Rücksprache. Die Wiesen waren ohnehin fast immer belegt und ich hatte auch Angst, dass Dorick da zu sehr das Toben anfängt (zuhause ist er uns schon einmal über einen Zaun gesprungen). Darum habe ich die Morgenstunden und Pausen damit verbracht, ihn grasen zu lassen. Lieber keine Experimente.

Was wir gelernt haben…

Untergebracht war Dorick also wie ein Profi. Aber: Wir wollten ja in erster Linie trainieren wie die Profis. Am Anreisetag hatten wir eine Springstunde, am zweiten Tag morgens Dressur und am Nachmittag Gelände und am dritten und letzten Tag nochmal Gelände.

Stunde 1 – Springen

  • Aufgebaut waren Gymnastikreihen und ein paar Einzelhindernisse.
  • Wir sind nur zu zweit gewesen: Dorick und ich und ein junges Mädel mit ihrem Pony.
  • Das Lösen der Pferde lief bereits unter Anleitung.
  • Dorick ist aufgefallen – aufgrund seines schlechten Trabs. So schlecht, dass der Trainer kurzzeitig der Meinung war, er hätte eine Behinderung. Mein Dori kann einfach nicht so gut traben wie ein „normaler“ Warmblüter. Er kann halt schnell galoppieren.
  • Ich wünsche mir immer Gymnastiktraining für uns. Weiß aber: Das ist Doricks schlechteste Disziplin! Dabei muss er sich ja im Galopp aufnehmen und bremsen, obwohl er gerne einfach durchgaloppieren will. Was da wohl in seinem Kopf vorgeht…

Fazit der ersten Stunde: Wir haben es gut gemeistert – für unsere Verhältnisse.

Stunde 2 – Dressur

  • Das Urteil in der ersten Stunde über seinen Trab hatte mich verunsichert. Darum habe ich etwa 20 Minuten vor der Dressurstunde mit Bodenarbeit angefangen. D. h.: 10 Minuten einfach führen im Schritt und dann nach und nach kleine Übungen wie Halten, Vorhandwendung und Rückwärtsrichten einbauen.
  • Das Ergebnis: Er ging super in der Dressur und sein Trab wurde nicht mehr als „Behinderung“ bezeichnet.
  • Auch hier hatten wir wieder Gelegenheit, das Pferd unter Anleitung zu lösen. Hierbei waren die Wendungen sowie Handwechsel besonders wichtig. Außerdem wurde darauf geachtet, dass ich nicht zu viel mit der Hand einwirke. D.h. schön inneren Bügel zur Wendung austreten und nicht am inneren Zügel ziehen. Und er musste vermehrt übertreten.
  • Nach der Lösungsphase haben wir eine Schrittpause am langen Zügel eingelegt. Die nächste Übung war dann auf dem Zirkel traben, auf die andere Hand auf eine Volte wechseln so lange, bis das Pferd sich loslässt, wieder auf die andere Hand auf den Zirkel wechseln und angaloppieren.
  • Was soll ich sagen? Dorick hat brilliert. Angaloppieren ist ja immer noch nicht unsere beste Übung, aber das hat er soooooo toll gemacht. Wir haben nur Lob bekommen!
  • Nach jeder Einheit gab es eine Schrittpause und dann noch einmal die gleiche Zirkel-Volte-Übung auf der anderen Hand.

Fazit: Eine tolle Dressurstunde mit Übungen, die wir beide verstanden haben und problemlos zu Hause nachreiten können.

Stunde 3 – Gelände

  • Für mich das Schönste am ganzen Lehrgang: Geländehindernisse auf einem weltberühmten Gelände.
  • Zusammen mit einer neuen Teilnehmerin und ihrer Stute sind Dorick und ich zum Geländeplatz geritten – 45 Minuten im Schritt eine Strecke. Da sollte so ein Pferd doch entspannt sein nach Dressur am Morgen, anschließend drei Stunden grasen und dann 45 Minuten Schritt bis zum Platz – oder?!
  • Leider nein! Am Platz angekommen war mit Dorick nicht mehr viel anzufangen: Die Weite  und Pferde, die galoppierten. Und: Ein trubeliger Flohmarkt in der Nähe. Die Folgen: mangelnde Konzentration, Gehampel und Gezappel.
  • Daher konnten wir nur gaaaanz leichte Babysachen üben: Baumstämme so etwa in Kniehöhe. Aber egal. Schon mal gut, dass er sich soweit beruhigt hat, dass er zumindest diese Übungen bewältigen konnte.

Fazit: Lief nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte. Trotzdem habe ich viel gelernt: Mehr darauf zu achten, die Wendung durch Bügeltritt zu reiten und nicht durch die Reiterhand.

Stunde 4 – Gelände

  • Am nächsten Morgen das gleiche Spiel: 45 Minuten im Schritt zum Platz.
  • Dorick war schon viel, viel besser als am Vortag. Wir sind wieder die Baumstämme gesprungen. Dieses Mal aber in Folge und auch welche, die er noch nicht kannte.
  • Außerdem sind wir einen Trakehner Graben  gesprungen (noch nicht den auf dem Bild) – Doricks absolutes Schreckenshindernis (er kennt es schon von einem anderen Platz). Unter der fachmännischen Anleitung hat er es trotzdem gut gemacht. Für mich neu: Zügel lang bzw. länger lassen, damit er gut gucken kann. Hat funktioniert.
  • Dann noch rein ins Wasser, raus aus dem Wasser. Das hat Dorick richtig Spaß gemacht!
Gelände Luhmühlen

Ride Your Pony

Fazit: Die Stunde ist so gelaufen, wie ich es mir vorher vorgenommen hatte. Dorick hat aufmerksam an meinen Hilfen gestanden, hat nicht mehr gezappelt wie am ersten Tag. Im Galopp ließ er sich gut kontrollieren und auf den Sprung vorbereiten. Er ist ins Wasser und sogar über den Trakehner. Also haben wir mehr geschafft, als ich mir vorgenommen hatte. Und alles ganz ruhig und ohne Druck. Ein toller Abschluss.

Leider ging das Wochenende viel zu schnell vorbei. Wir haben ganz viel Neues gelernt und neue Eindrücke gewonnen. Und: Es gab durchaus positives Feedback: Zum Beispiel, dass Dorick brav und gut im Umgang ist für ein Pferd von der Rennbahn, dass er teilweise schon einen guten Sprung macht und willig mitarbeitet. Und überhaupt hat er so ziemlich jegliches Klischee widerlegt, das man einem alten Galopper unterjubeln kann.

Wer auch mal so einen Lehrgang ausprobieren will: nur zu. Viele Angebote sind offen für alle! Einfach mal ausprobieren lohnt sich!

Eure Caro

Pferd in Reithalle

Dorick in der großen Reithalle in Luhmühlen vor „noch“ leeren Rängen 😉

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