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Liebe alle!

Wie ihr wisst, besuche ich grad einen Lehrgang in Vechta zum Erwerb der Trainerlizenz C Basissport. Ich tue dies, damit ich mich reiterlich weiterentwickle. Meine letzten Reitabzeichenlehrgänge liegen viele Jahre zurück und nun ja, da dachte ich, das sei eine gute Idee. Trainer C Basissport, das bekomme ich hin. Die Prüfung ist auf E bis A Niveau. Jaja, reiterlich sicherlich kein Hexenwerk. Aber: „Hallo Caro, hast Du einmal daran gedacht, dass Du dann auch Reitunterricht geben musst?“

Meine erste Reitstunde als Reitlehrer

Nein, wie leider so häufig habe ich nicht genau darüber nachgedacht, dass ich mich dann in eine Reitbahn stellen muss, um dort Reitschülern Unterricht zu erteilen. Das habe ich auch früher noch nie gemacht. Ein einziges Mal in meinem Leben habe ich ein paar Mädels aus dem Ort eine Stunde Unterricht gegeben. Aber auch nur, um sie zu ermutigen, dass sie mit ihren Ponys ausreiten. Das war auch ganz erfolgreich. Qualifizierter Unterricht war das aber nicht. Eher ein Coaching zur Selbsthilfe. Nun ja, da war also der Tag während des Lehrgangs gekommen, an dem es hieß: Bitte in die Bahn, unterrichten. Zum Glück dauerte meine erste Stunde 1. keine ganze Stunde, sondern ca. 20 Minuten und war 2. eine Dressur- und keine Springstunde. Dennoch bedeutet das auf Deutsch: Schulterblätter zurück, in die Bahn schreiten mit den Worten „alles hört auf mein Kommando“ und dann in diesem Fall drei gut reitende Reiter anleiten. Von mir wurde dabei erwartet, dass ich nicht nur die Fehler sehe, sondern diese auch sofort und schnellstens korrigiere. Außerdem musste ich in diesem Fall mehr als einen Reiter im Blick haben, spezifische Anweisung geben und wenn das richtig umgesetzt wurde, auch positiv bestätigen. Das alles gepaart mit der eigenen Unsicherheit führte schnell dazu, dass ich zu zögerlich wurde. Der Lehrgangsleiter hat mir das Feedback gegeben, dass ich viel richtig sehe. Außerdem würde ich das auch den Schülern sagen, allerdings hapert es dann noch an meiner Durchsetzungsstärke. Bedeutet: Der Reitschüler soll dann auch umsetzen, was ich sage. Die nächsten Stunden waren dann schon besser und auch die Springstunden haben ganz gut geklappt. Obwohl ich mich in der Dressur sicherer fühle als beim Springen. Springen macht allerdings mehr Spaß.

Auf was ist zu achten?

Welche Merksätze habe ich mitgenommen, die mich in zukünftigen Unterrichtsstunden daran erinnern, was zu tun ist?

  • Klar und deutlich sprechen in einer gut hörbaren Lautstärke!
  • Reitervokabular verwenden!
  • Unmissverständliche Anweisungen geben, denn Reitunterricht ist in der Regel anweisungsorientiert und eher weniger erfahrungsorientiert, d.h. eher selten experimentell!
  • Sich so in der Halle positionieren, dass man bei den Reitern ist. Am Bandenrand stehen und sich nicht zu bewegen ist also schlecht!
  • Wenn man in einer Stunde mehr als einen Reiter unterrichtet, darauf achten, dass man allen Reitschülern gerecht wird!
  • Alle Möglichkeiten der Unterrichtserteilung ausnutzen:
    • sprechen
    • zeigen
    • vormachen
    • Der Reitschüler kann auch berührt werden, um in die richtige Position gebracht zu werden (z.B.: das Bein oder die Hand richtig positionieren).
  • Der Reitschüler kann in die Stunden mit einbezogen werden. Dazu kann der Reitlehrer beispielsweise Verständnisfragen stellen, um auch eine Art Dialog aufzubauen.
  • Es gehört nicht nur das berichtigen von Fehlern dazu, sondern auch das Loben, wenn etwas gut läuft oder richtig umgesetzt wurde.

Bevor man mit einem neuen Reitschüler startet, sollte man auch immer etwas über dessen Vorgeschichte und Erfahrungen wissen: Gibt es körperliche Einschränkungen oder Ängste vor bestimmten Übungen? Wie weit ist das Pferd? Und wo hat das Pferd ggf. Probleme?

Jetzt kann es losgehen, oder?

Die ersten fünf von zehn Prüfungen haben ich abgelegt und bestanden. Die restlichen folgen dann beim nächsten und letzten Modul in zwei Wochen. Ich habe jetzt schon so viel Neues gelernt, was mir nicht nur mit meinem eigenen Pferd hilft. Ich denke auch, dass ich auch anderen Reitern weiterhelfen könnte. Nur habe ich keine Reitschüler. Das war auch nie das Ziel. Aber Lust hätte ich jetzt schon, mein Wissen weiterzugeben. Kann also losgehen! Mal sehen, wer sich als Versuchskaninchen opfert. 😉

 

Bis bald!

Eure Caro

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