Junge CAVALLO Leserin, Mädchen liest Reitmagazin

Wartet Ihr auch immer ganz gespannt auf die nächste Ausgabe der CAVALLO – und fragt Euch beim Durchblättern manchmal, wie es wohl so abläuft in einer Redaktion, die sich täglich mit Pferden und ihrem Wohlergehen beschäftigt? Bei uns war es so und daher haben wir die CAVALLO-Chefredakteurin Melanie Tschöpe (auf dem Foto unten zu sehen auf ihrem 15 Jahre alten Schweren-Warmblut-Wallach Donald) zum Gespräch gebeten. Herausgekommen ist ein tolles Interview, das uns einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Reitmagazins ermöglicht.

 

1. Hat jeder Redakteur der CAVALLO-Redaktion auch ein eigenes Pferd? Wir nehmen mal an, dass alle Redakteure Reiter sind 😉

Insgesamt haben wir im Team 10 Reiterinnen (Redakteurinnen und Fotografin), davon hat die Hälfte eigene Pferde.

2. Welche Themen sind 2018 für Sie ein MUSS? Und welche Themen sind sozusagen „alle Jahre wieder“ relevant?

Die Themen in der Pferdewelt sind sehr stabil. Training und Ausbildung sind immer ein „MUSS“, ebenso wie Verhalten, Gesundheit, Haltung, Ausrüstung. Die konkreten Themen ergeben sich manchmal aus aktuellen Fragestellungen (Wohin entwickelt sich der Distanz-Sport, nachdem deutsche Reiter in den Emiraten wieder starten dürfen? Was tut sich in Sachen Pferdesteuer? Was gibt es Neues aus der Pferdeforschung?), aber auch aus Dauerbrenner-Themen wie der Frage „Wie wird Reitsport pferdegerechter?“, „Was kann ich tun, damit mein Pferd und ich uns besser verstehen?“, „Wie halte ich mein Pferd dauerhaft möglichst gesund?“
Saisonale Themen sind zum Beispiel Fellwechsel, Weide oder Insektenschutz, die wir aufgreifen, wenn wir neue Informationen und Erkenntnisse haben oder eine neue Fragestellung auftaucht, die wir so bisher noch nicht im Blick hatten.

3. Wie läuft die Themenauswahl in der Redaktion ab, nach welchen Kriterien wählen Sie Themen aus und wo holen Sie und die anderen Redakteure sich Ihre Inspiration?

Inspiration liefert unser Reiter-Alltag ebenso wie die Arbeit selbst. Erlebnisse und Probleme mit unseren Pferden wecken ebenso Themen-Ideen wie Gespräche mit Experten, egal ob am Telefon oder bei Terminen vor Ort.
Wichtig für gute Themen ist ein neuer, spannender Ansatz, ein hoher Nutzwert für den Leser und eine hohe allgemeine Relevanz des Themas für Reiter und Pferdeliebhaber. Das besprechen wir in Redaktionskonferenzen und je nachdem, wie das Meinungsbild aussieht, nehmen wir eine Geschichte dann in die Heftplanung auf, überarbeiten das Konzept oder verwerfen die Idee.

Melanie Tschöpe auf ihrem Donald
Credit: Rädlein/CAVALLO

4. Können Sie persönlich alle Themen im Magazin platzieren, die Ihnen wichtig sind oder gibt es auch Themen, die Ihnen am Herzen liegen und (aus Platzgründen) zu kurz kommen?

Wir können  nie alle Themen im Heft unterbringen, die wir für spannend und interessant halten, dafür ist das Thema Reiten und Pferdehaltung einfach zu breit. Die Themen, die wir für besonders wichtig halten, sind aber in der Regel im Heft vertreten. Und das sind auch die Themen, die unsere Leser am meisten bewegen, etwa der spannende und emotionale Bereich der Beziehung zwischen Mensch und Pferd.

5. Sind Sie und Ihre Kollegen mehrheitlich in der Redaktion oder recherchieren Sie auch oft „im Stall oder auf der Weide“?
Sowohl als auch. Da jedes Thema neben der Vor-Ort-Recherche in der Regel viel Vor- und Nachbereitung erfordert, und da das Artikel-Schreiben ja auch vorwiegend in der Redaktion passiert, verbringen wir insgesamt schon mehr Zeit am Schreibtisch als draußen. Aber jeder von uns ist regelmäßig  unterwegs.

6. Wie lange dauert die Arbeit an einer Ausgabe und wie viel Vorlauf hat ein Magazin – arbeiten Sie z.B. jetzte schon an Themen, die erst im Winter erscheinen?

Etwa sechs Wochen vor Verkaufsstart beginnt die „heiße“ Produktionsphase für ein Heft. Allerdings werden die Geschichten zum Teil schon lange vorher anrecherchiert und manche auch schon vorab fotografiert und geschrieben. Manche Artikel haben auch einen extrem langen Vorlauf, etwa unser letzter Schermaschinen-Test, der natürlich zum Fellwechsel im Herbst erscheinen musste und deshalb von uns ein Jahr im Voraus produziert wurde, als die Pferde zuletzt geschoren wurden.

7. Wie werden die Pferde ausgesucht, die für das Magazin fotografiert werden – gibt es so etwas wie Pferde-Models? Und organisiert jeder Redakteur die Shootings für seine Beiträge selbst oder macht das ein Layouter / Grafiker?

Das hängt davon ab, was wir fotografieren. Wir definieren in den Heftkonferenzen, welche Art von Pferd wir benötigen und danach erfolgt die Auswahl. Das Shooting organisieren dann die Redakteure in Zusammenarbeit mit unserer Fotografin.

8. Was unterscheidet CAVALLO aus Ihrer Sicht von anderen Magazinen über Pferde und den Reitsport?

CAVALLO hat traditionell eine besonders Nutzwert- und Neuigkeits-orientierte Herangehensweise an das Thema Pferd. Außerdem hat für uns das Pferdwohl explizit und kompromisslos die höchste Priorität. Wir blicken kritisch in die Szene, bieten aber vor allem viel Hilfestellung, Ideen und Anregungen, um das Leben der eigenen Vierbeiner zu verbessern und die gemeinsame Zeit von Pferd und Mensch für alle Beteiligten möglichst angenehm zu gestalten.

Junge CAVALLO Leserin

9. Gibt es eine Reiterpersönlichkeit, die Sie inspiriert? Und wenn ja: Warum?

Dank meiner Arbeit für CAVALLO habe ich schon viele faszinierende Pferdemenschen getroffen, die mich auf unterschiedliche Weise inspiriert haben. Besonders beeindrucken mich die Menschen, deren Liebe zum Pferd in ihrer Arbeit besonders sichtbar wird. Hier fallen mir zum Beispiel der Horsemanship-Trainer Michael Wanzenried ein, Show-Trainer Frédéric Pignon, Dressurausbilderin Andrea Bethge, Stunt- und Gelassenheitstrainerin Yvonne Gutsche oder Horseman Arien Aguilar. Sie eint, dass sie jedes Pferd in seiner Persönlichkeit wahrnehmen und akzeptieren und ganz nach seinen Bedürfnissen fördern und fordern. So bauen diese Menschen eine besonders enge Beziehung zu den Tieren auf, die ihnen erlaubt, ganz besondere Leistungen zu zeigen oder besondere Entwicklungen zu erreichen.

10. Sie beschäftigen sich den ganzen Tag beruflich mit Pferden – können Sie trotzdem abschalten, wenn Sie in Ihrer Freizeit reiten oder kommen Ihnen dabei permanent neue Themenideen?

Bei meinen Pferden bin ich in der Regel ganz bei meinen Pferden – es sei denn, ich komme mit einem bestimmten Anliegen in den Stall, etwa dass ich etwas ausprobieren will oder einer Frage nachgehe. Die Themenideen kommen eher, wenn ich über die Ereignisse nachdenke oder mit Kollegen darüber spreche.

11. Was ist das Besondere an den CAVALLO-Lesern?

CAVALLO-Lesern (sofern es da einen Prototypen gibt, denn unsere Leser sind wie alle Menschen extrem verschieden) liegt nach meinem Empfinden das Wohl ihrer Pferde ganz besonders am Herzen. Sie suchen viel stärker nach einer guten Beziehung zu ihrem Tier als nach Bestätigung durch sportliche Leistung oder andere Trainingserfolge. Dementsprechend interessieren sie sich auch besonders für all die Themen, die das Wohlergehen ihrer Tiere betreffen oder die ihnen helfen, die Pferde und ihr Verhalten besser zu verstehen.

Liebe Frau Tschöpe, herzlichen Dank für das spannende Interview!

 

PS: HIER geht es übrigens zum CAVALLO-Schnupper-Abo-Angebot.

 

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